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Australien - Heimat der Wellensittiche

Das unsere kleinen gefiederten Hausgenossen ursprünglich aus Australien stammen, wissen die meisten. Nur wie leben sie da und wie wurden sie eigentlich zu einem der beliebtesten Haustiere der Welt? 

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Ein Pärchen wilder Wellis

In den weiten Steppen des australischen Hinterlandes sind sie zu Hause – die wilden Verwandten unserer Wellensittiche. Die Wildvögel sind alle von gelb-grüner Farbe und deutlich zierlicher als unsere heutigen Stubenvögel. Mit einer Körpergröße von nur ca. 18 cm sind sie rund 4 cm kleiner als ein durchschnittlicher Schauwellensittich. Trotzdem sind die kleinen Australier sehr zäh und perfekt an das Leben unter extremen Bedingungen angepasst.

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Ein Wellensittichschwarm

Oft zu Tausenden fliegen die kleinen Sittiche auf der Suche nach Futter und Wasserstellen durch die Wüsten und Eukalyptuswälder des fünften Kontinents und erreichen dabei erstaunliche Geschwindigkeiten. Bis zu 120 km/h sind möglich. Damit sind sie in etwa so schnell wie z.B. ein jagender Gepard.

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Wellensittich-Brutgebiet

Nach den recht unregelmäßig auftretenden Regenperioden sammeln finden sich die Tiere in ihren Hauptbrutgebieten Südwest- und Südostaustraliens ein. Dort befinden sich zum Teil riesige Eukalyptuswälter, an dessen Randgebieten die Tiere dann zur Brut schreiten. In diesen ansonsten recht trockenen Gebieten finden sie nämlich nach den ausgiebigen Regenfällen das perfekte Aufzuchtfutter für ihre Jungtiere: die halbreifen Samenstände der verschieden Steppengrassorten. Am häufigsten ist wohl Spinifex, eine ziemlich widerstandsfähige Grassorte. Auch die frischen Triebe junger Pflanzen und kleine Insekten werden nicht verschmäht. Das ergaben Kropfuntersuchungen an toten Wellensittichen.

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Diese beiden haben sich gefunden.

Haben sich die Schwärme an ihren Brutplätzen eingefunden, nutzen sie Höhlen und Astlöcher der Bäume als Nistgelegenheiten. Wellensittiche sind Koloniebrüter und daher ist es keine Seltenheit, dass man sogar mehrere Paare in einem Baum antrifft. Solange genügend Nahrung vorhanden ist, folgt oft Brut auf Brut. Solange, bis das Nahrungsangebot wieder knapper wird. Dann ziehen die nomadisch lebenden Vögel auf der Suche nach Futter wieder weiter, zum Teil bis nach Nordaustralien.

Vom Wildtier zum Heimtier

Seinen schnellen Aufstieg zu einem der beliebtesten Haustiere hat der Wellensittich wohl auch dem Umstand zu verdanken, dass er sehr anpassungsfähig, farbenfroh und relativ leicht zu züchten ist.

Aber wie sind die kleinen Australier eigentlich nach Europa und von da aus auch in den Rest der Welt gekommen?

 

Erstmals erwähnt wurden die kleinen Papageien im 18. Jahrhundert von George Shaw, einem englischen Zoologen und Botaniker, im Buch Zoology of New Holland. Die erste Einfuhr von lebenden Wellensittichen nach Europa, vermutlich durch den Naturforscher John Gould, gelang allerdings erst um 1840, da man um diese Zeit herausgefunden hatte, dass die Ernährung der Vögel außer mit Grassamen auch mit Hirse möglich war. Vorher überlebten etliche Wellensittiche die monatelange Schiffsreise leider nicht.

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Wellensittiche sind Höhlenbrüter

Auch die Zucht wollte zuerst nicht gelingen, da man den Wellensittichen anfangs nur, wie man es von Kanarien kannte, flache Nistkörbchen anbot. Mehr durch Zufall entdeckte man, dass die kleinen Australier Höhlenbrüter sind - einige Weibchen nutzen die für Prachtfinken gedachten Kokosnussschalen als Bruthöhlen. Später entdeckte man, dass wilde Wellensittiche in Baumhöhlen brüteten und bot den Tieren größere Brutkästen an.

 

Da die Nachfrage nach den Sittichen aber immens war, wurden auch weiterhin tausende Paare aus Australien importiert. Allein nach Frankreich sollen rund 100.000 Paare im Jahr eingeführt worden sein. Das führte dazu, dass die australische Regierung, aus Angst um die Bestände in der Wildnis, 1894 ein Ausfuhrverbot für Wellensittiche verhängte.

 

Die ersten Nachzuchten in Deutschland sollen der Gräfin von Schwerin im Jahre 1855 gelungen sein. Auch in zoologischen Gärten und diversen Großzüchtereien wurden damals sehr viele Wellensittiche gezüchtet und stellenweise auch schon an Liebhaber abgegeben.

Schon bald traten in diesen Zuchten auch die ersten Mutationen auf, die nach dem Bekanntwerden der Vererbungsregeln auch geziehlt gezüchtet werden konnten.

An dieser Stelle nochmal vielen Dank an "dustybird" Gerd für die tollen Fotos von wilden Wellensittichen!

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