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Haben sich die Wellensittiche erstmal an ihr neues Heim und die Umgebung gewöhnt, sollte man ihnen unbedingt die Möglichkeit zum Freiflug im Zimmer geben.

Aber wie stellt man das richtig an? Was muss man beachten, damit die Tiere sich nicht verletzen? Und was muss man tun, wenn die Vögel partout nicht den Käfig verlassen wollen? Die Antworten auf diese Fragen findet ihr auf dieser Seite.

Wann ist es Zeit für den ersten Ausflug?

Bevor man seinen Vögeln das erste Mal "das Tor zu Freiheit" öffnet, sollten sie sich richtig eingewöhnt haben. Meistens dauert es ein paar Tage, bis sich die Tiere selbstsicher im Käfig bewegen und sich auch nicht mehr vor Geräuschen in ihrer neuen Umgebung erschrecken.

Im Idealfall haben sie sich auch schon an ihre "Federlosen" gewöhnt und erstarren nicht mehr vor Schreck, wenn sich jemand dem Käfig nähert.

Diese Eingewöhnungsphase ist sehr wichtig damit sich die Tiere ihre Umgebung schonmal einprägen können und auch den Käfig als ihren Rückzugsort ansehen.

 

Entgegen der weitläufigen Meinung müssen die Wellis für den Freiflug aber nicht handzahm sein, sie gehen in der Regel auch so wieder in ihren Käfig zurück. Meistens sorgt schon allein der Hunger dafür.

 

Für den ersten Ausflug sollte man außerdem einen Tag auswählen, an dem man selbst genügend Zeit hat, die Vögel im Auge zu behalten.

Sitzgelegenheiten schaffen

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Vogelbaum auf dem Schrank

Die erste Runde im Zimmer werden die neuen Wellis sehr wahrscheinlich auf einem Schrank oder einer Gardinenstange beenden. Trotzdem sollten ihnen schon beim ersten Freiflug eigene Sitzplätze zur Verfügung stehen.

 

Der Phantasie sind dabei (fast) keine Grenzen gesetzt. Man kann z.B. einen Weihnachtsbaumständer benutzen und darin einen schönen Ast befestigen - fertig ist der Vogelbaum. Wenn man den Platz dazu hat, kann man auch einen Ast mit Seilen an der Decke befestigen oder Seile von einer Zimmerwand zur anderen spannen.

Auch auf Schränken kann man Sitzplätze schaffen, in dem man Äste auf einer Holzplatte befestigt.

Ein vogelsicheres Zimmer

Ganz besonders wichtig ist es auch, das Zimmer vor dem ersten Freiflug vogelsicher zu gestalten. In jedem Zimmer gibt es einige Gefahrenquellen, die uns selbst auf den ersten Blick gar nicht bewusst sind, für die Vögel aber zu tödlichen Fallen werden können.

 

Ganz oben auf der Liste stehen Fensterscheiben und Spiegel. Wellensittich erkennen vorallem in der ersten Zeit nicht, dass die Scheiben eine Begrenzung darstellen und fliegen  daher häufig dagegen. Deshalb sollte man die Scheiben für die Vögel sichtbar machen, z.B. durch Fensterbilder oder einen dünnen, lichtdurchlässigen Vorhang. Spiegel kann man auch, je nach Größe, mit einem Tuch abhängen.

Das die Fenster geschlossen sein sollten, versteht sich hoffentlich von selbst.

 

Spalten hinter Möbelstücken wie z.B. Schränken können gefählich werden, wenn die Wellis bei einer missglückten Landung hinein fallen und nicht mehr alleine rauskommen oder gar feststecken. Es gilt also, diese Spalten zu verschließen bzw. die Möbel so weit von der Wand abzurücken, dass sie keine Gefahr mehr darstellen.

 

Offene Gefäße mit Wasser (Gießkannen, Vasen, Putzeimer etc.) stellen ebenfalls eine große Gefahr dar. Wenn die Tiere dort hinein geraten, kommen sie meistens nicht mehr selbständig hinaus, weil die Seitenwände der Gefäße sehr glatt sind. Ist das der Fall, können die Tiere qualvoll ertrinken. 

 

Einweiterer wichtiger Punkt sind giftige Zimmerpflanzen die schnell Opfer von neugierigen, knabberwütigen Wellis werden können.

 

Es sollte selbstverständlich sein, aber trotzdem möchte ich es der Vollständigkeit halber hier aufführen. Offenes Feuer hat in einem Vogelzimmer ebenfalls nichts verloren. Auch kleine Flammen wie z.B. von einer Kerze können bei einem Wellensittich für schwere und auch tödliche Verbrennungen sorgen. Auch an heißen Ofenrohren von den immer häufiger in den Wohnungen anzutreffenden Kaminöfen können sich die Tiere schwere Verbrennungen zuziehen.

Rückkehr in den Käfig

Ist der erste Freiflug geglückt geht es darum, wie man seine Schützlinge wieder sicher in den Käfig bekommt. Im Idealfall gehen sie von ganz alleine wieder hinein.

Wichtige Vorraussetzung dafür ist, dass sie vorallem in der ersten Zeit außerhalb des Käfigs kein Futter angeboten bekommen. Meistens sorgst dann schon der Hunger dafür, dass die Kleinen wieder zurück in den Käfig finden.

 

Um ihnen die Rückkehr zu erleichtern ist es wichtig, dass der Käfigeingang für sie gut zu erkennen ist. Bei Käfigen mit Falltüren erledigt sich dieses Problem meistens von selbst, die Türen sind eine Prima "Landebahn".

Bei anderen Türen muss man ein bisschen tricksen und den Vögeln eine so genannte Anflugstange basteln. Ein Stückchen Hirse am Käfigeingang tut dann sein übriges dazu.

Nach ein paar Tagen haben die Vögel in der Regel raus, wie sie wieder zurück in den Käfig kommen.

 

Aber was ist zu tun, wenn der Vogel nicht von alleine wieder in den Käfig findet?

Viele Vogelhalter haben da schon gute Erfahrungen mit dem "Stangentaxi" gemacht. Dabei hält man dem Vogel, sofern er nicht handzahm ist, einen Holzstab vor den Bauch und lässt ihn drauf steigen. So kann man ihn dann langsam bis vor die geöffnete Käfigtür tragen und er kann hinein hüpfen. 

 

Klappt das nicht sollte man die Tiere fangen und wieder in den Käfig setzen. Das  geht am einfachsten, wenn man den Raum so weit abdunkelt, dass man die Vögel grade noch sehen kann. Dann kann man sie recht einfach "abpflücken", das Licht wieder einschalten und sie in den Käfig setzen.

Dabei sollte aber immer eine zweite Person direkt beim Lichtschalter stehen, die das Licht schnell wieder einschalten kann, sollten die Vögel dabei in Panik geraten.

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