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Projekt AV

Jeder Vogelhalter träumt irgendwann davon, seinen Tieren mehr bieten zu können als einen geräumigen Käfig, Freiflug und Nachmittage auf dem Balkon - die Rede ist von einer Außenvoliere.

Der Gedanke daran spukte mir schon seit meinen ersten beiden Wellensittichen, Bibi und Ferdi, im Kopf herum. Verwirklichen konnte ich ihn allerdings erst im April 2008 als es beschlossene Sache war, weniger Brieftauben zu halten und damit die Zuchvoliere im Garten aufzugeben.

Natürlich konnte eine Voliere, die eigentlich für Tauben gedacht und konzipiert war, nicht von heute auf morgen für die kleinen Krummschnäbel genutzt werden. Deshalb möchte ich an dieser Stelle dokumentieren, wie der Umbau von Statten ging und welche Veränderungen nötig waren, um das Schutzhaus und die daran angrenzende Voliere Welli-tauglich zu machen.

26.04.2008

Die Entkernung

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Blick ins Innere vor der Entkernung

Am 26.04 ging es los mit der Entkernung des alten Gartenhauses. Eine ganz schön staubige Angelegenheit wenn man bedenkt, dass seit ca. 20 Jahren ununterbrochen Brieftauben darin gewohnt haben.

 

Da ich ungefährt wusste, was mich da erwartet hatte ich mir von Anfang an tatkräftige Unterstützung geangelt: meinen Bruder sowie auch meinen Vater der zwar eigentlich mit unseren Tieren nicht allzuviel am Hut hat, aber wenn es ums Basteln und Heimwerken geht, immer mit dabei ist.

Und so ging es Samstag morgen gegen 9:30 Uhr, bewaffnet mit zwei Akkuschraubern, einer Schubkarre und viel Motivation, ans Werk.

 

Zuallererst mussten natürlich die Bewohner weichen. Ein Großteil davon wurde schon vorher an ihre Besitzer zurückgegeben (waren Leihgaben zur Zucht) und der Rest bezog sein eigenes Abteil im Dachschlag. Das hieß für mich: Tauben fangen, in Transportkisten packen und die Treppen hoch schleppen. Und das sind bei uns nicht wenige...

 

Begonnen haben wir dann mit dem Entfernen der Bodengitter, die aus den Holzrosten selbst sowie einer Grundkonstruktion bestanden. Ziemlich unzweckmäßig, aber na ja... Was blieb war Taubendreck, der erstmal entsorgt werden musste bevor es weitergehen konnte.

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Fast geschafft!

Als nächstes mussten die Nistzellen selbst dran glauben. Da die Zellentüren eventuell wieder verwendet werden sollten, mussten wir diese vorsichtig losschrauben. Das machte vorallem meinem Bruder bei weitem nicht so viel Spaß wie kaputt machen.


Aber dazu sollte er später auch noch kommen. Beim Abbauen der Nistschränke selbst nämlich. Wie bei uns so üblich wird in der Regel für die Ewigkeit gebaut, sprich: x-fache Sicherheit in Form von Schrauben, Winkeln, Nägeln und Holzleim.


Vorgenommen hatte ich mir, die Schränke ebenfalls fein säuberlich auseinander zu schrauben. Zum einen, um möglichst wenig Staub aufzuwirbeln und zum anderen, um die Spanplatten besser transportieren zu können. Wer schleppt schon gerne Bretter mit rausstehenden Nägeln und splittrigen Kanten? Aber ein paar abgebrochene Schraubenköpfe, viel Rumgeschiebe und etliche Flüche später war klar: hier hilft nur der Vorschlaghammer. So machten wir beiden Zellenregalen innerhalb kürzester Zeit den Gar aus. Hat, zugegebenermaßen, auch viel mehr Spaß gemacht... ;-)

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Zu guter Letzt war die Decke dran, bestehend aus einem Teil Hasendraht und einer weiteren Sperrholzplatte. Und da der Hammer grade da war...


Dabei musste leider auch die Schleuse weichen, die ich eigentlich so erhalten wollte wie sie war. Leider ließ sich die Decke nicht stückweise entfernen und so wurde erstmal alles abgebaut, damit ich später die Decke dämmen konnte. Noch ein bisschen sauber machen und gegen 15:00 Uhr war dann Feierabend.

2.+3.5.2008

Das Fenster

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Die alte Fensterwand

Zu einer schönen Außenvoliere gehört natürlich auch Licht. Und das am besten nicht zu knapp! Zu Beginn unserer Umbaumaßnahme hatte das Schutzhaus 2 Fenster von 1,20 m x 0,70 m, bzw. ein Fenster und ein vergittertes Loch gleicher Größe. So konnte das natürlich nicht bleiben, schließlich muss man so ein Schutzhaus im Winter auch mal dicht bekommen.


Also machte ich mich auf die Suche nach zwei neuen passenden Fenstern was sich aber alles andere als leicht herausstellte. Entweder waren sie zu klein, zu groß oder als Sonderanfertigung schlicht und einfach zu teuer für mein schmales Budget.

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Die neue Konstruktion

Aber wie der Zufall so will hatte ein Bekannter von uns noch ein schönes großes Fenster im Keller stehen - es war bei einer Umbaumaßnahme übrig geblieben. Und für ein Appel und ein Ei war es dann meins.


Einziger Haken an der Sache: es hat die stattlichen Maße von 1,30 m x 1,50 m. Wenn wir dieses Fenster einbauen wollten, mussten wir also die komplette Balkenkonstruktion der Hüttenwand erneuern. Gesagt, getan - als ich zur Mittagspause heimkam war die Wand schon bereit für den Einbau des Fensters. Leider fing es an zu regnen und wir mussten das ganze erstmal mit einer Plane zuhängen.

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Die Fensterwand von unten

Am 3.5. konnte es dann weitergehen. Nachdem wir das Fenster abgeholt und die Treppen runter bugsiert hatten, machten wir uns an den Einbau. Gar nicht so leicht dieses Riesentier grade auszurichten aber geschafft haben wir es dann doch. Montageschaum in die Zwischenräume, ein Stündchen warten, fertig!


Als nächstes sollte die äußere Wandverkleidung folgen. Auch das war mit einigen Schwierigkeiten verbunden da ziemlich knapp hinter der Wand der Zaun verläuft. Den konnten wir aber auch nicht entfernen da es direkt dahinter zwei Meter in die Tiefe geht. Eben die Nachteile eines Grundstücks am Hang...


Aber auch das haben wir geschafft und am späten Nachmittag war die Wand fertig verkleidet.

26.07.2008

Abriss des alten Außenbereichs

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Diesen Samstag haben wir Platz für neues geschaffen. Die alte Volieren-Konstruktion wurde eingerissen und entsorgt.

Das ganze bestand nur aus Dachlatten und Hasendraht, war also völlig ungeeignet für Krummschnäbel. Und wie das bei uns (in dem Fall "leider") so üblich ist, wurde auch hier mal wieder für die Ewigkeit gebaut. Klar, es waren nur Dachlatten und alter Draht, aber so gut miteinander versbunden, dass man mal wieder einen Panzer hätte dran aufhängen können...

Schrauben waren wohl damals ein Fremdwort und so plagten wie uns mit etlichen Nägeln rum bis wir uns mal wieder für die Abriss-Wunderwaffe Nr. 1, den Vorschlaghammer, entschieden.

Dann mussten wir erstmal einem schönen Sommergewitter weichen, ans Aufräumen habe ich mich dann Sonntag gemacht.

31.07.2008

Die neue AV

+ Sengende Sonne
+ 32°C im Schatten
+ drei Paar fleißige Hände
+ fünf Stunden Zeit

= Das Grundgerüst des neuen Außenbereichs! 

 

Die neue Kostruktion besteht aus 6x6 cm starken, gehobelten Kanthölzern, die auf einer Reihe kleiner Betonsteine lagert. Da wo auch früher die Tür war haben wir aus Sicherheitsgründen zusätzlich eine kleine Schleuse eingebaut. Da die Südseite der Voliere zum besseren Schutz vor Wind mit Profilbrettern verkleidet werden soll, wird dort zusätzlich ein ca. 0,8 x 1,3 m großes Fenster eingebaut.

Die restlichen beiden Wände werden doppelt mit Volierendraht zu gemacht.

14.09.2008

Jede Menge Frickelkram...

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Was war die letzten Tage passiert? Wenn man sich die Voliere oberflächlich von Außen betrachtete, nicht viel. Eben die ganzen Kleinigkeiten, die ewig lange aufhalten. Zum Beispiel haben wir die Scheibe im Außenbereich eingesetzt und die restlichen Giebelbretter zurechtgeschnitten. Die Profilbretter haben ihren Anstrich mit heller Lasur erhalten und für die Schleuse haben wir zwei Türen gebaut, die natürlich auch gestrichen werden wollten.

Jetzt hieß es warten auf den Draht...

19.-21.09.2008

Endspurt

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Wir haben fertig!

Am Dienstag Mittag kam der Draht und als ich von der Arbeit am, war ein Großteil der Voliere schon verkleidet. Samstag haben wir dann die restlichen Lücken geschlossen und die Tür zum Außenbreich mit einem Schloss gesichert. Das Fenster wurde mit Vogelaufklebern und einem zusätzlichen Gitter versehen und draußen wurden die Giebelbretter gestrichen.


Dann hieß es endlich "Fertig!".


Fertig? Noch nicht ganz. Die Geier müssen ja auch irgendwo sitzen können. Dafür haben wir Sonntag noch einen großen Kletterbaum gezimmert. Ein Freund hatte dafür einen Obstbaum aus seinem Garten geopfert, dessen Äste wir mit Hilfe von Steinen und Sand in zwei Kübeln befestigt haben. Noch einen Querast in die Astgabeln gelegt und fertig war der "Platz an der Sonne".  Noch ein bisschen Sand auf den Boden und dann war es endlich soweit: Wir machten die Klappe zur AV auf und warteten.


Auf dem Ausflugbrett waren die Pieper ganz schnell - allen voran Fiede, Rico und Pinsel. Aber den ersten Ausflug machte Henne Eve.


Und was soll ich sagen? Dieser Anblick war jede Anstrengung wert!

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